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Neuburger Rundschau 24.04.06

Ingolstadt (stam).
Auf der Schanz - dem militärgeschichtlichen Freilichtmuseum - schlummern noch zahlreiche Schätze aus rotem Backstein. Eine ganze Reihe der imposanten Festungsbauten in Ingolstadt wurde bereits für die Landesgartenschau renoviert, doch für den Förderverein Bayerische Landesfestung Ingolstadt bleibt noch genügend zu tun. Den Anfang macht letzt die Sanierung des Daches von „Traversgebäude Nr. 15", einem Teil der Fronte Rechberg.

Neben der mittelalterlichen Stadtmauer prägen vor allem die zahlreichen Kavaliere, Fronten und Türme der bayerischen Landesfestung das Stadtbild Ingolstadts. Die Großstadt an der Donau wird deshalb auch Schanz genannt, „Die Landesfestung ist einzigartig in Deutschland", sagte Bürgermeister Albert Wittmann kürzlich bei einem Pressetermin. „Sie eignet sich hervorragend dafür, weiter das Profil von Ingolstadt über die Region hinaus zu schärfen," Der Stadtkämmerer und ehemalige Berufssoldat will mit den militär-historischen Pfunden wuchern und die Attraktivität für Touristen erhöhen. In der Tat nimmt die Architektur der Verteidigungsanlagen, deren Bau am 24. August 1828 auf Befehl König Ludwig I. begonnen wurde, eine Sonderstellung ein. Der großflächige Verteidigungsring wurde als Polygon angelegt: Es besteht hauptsächlich aus fünf gleichen, also „regelmäßigen Fronten". Zudem legten die Festungsbauer auch drei „unregelmäßige Fronten" an. Ein Teil der imposanten Gebäude, die zumeist kostengünstig aus rotem Backstein gemauert wurden, fiel dem Neuaufbau der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.

Die Festungswerke der Veste Tilly südlich der Donau, aus sachlich und künstlerisch bearbeitetem Naturstein errichtet, wurden für die Landesgartenschau 1992 in Ingolstadt saniert. Eine „Vielzahl kleinerer Bauten" im Stadtgebiet hingegen, so Bürgermeister Wittmann, sei noch verschüttet. Zürn Beispiel die Traverse Nr. 15, eine Art Wachhäuschen etwa aus dem Jahr 1850. Das Dach des Festungswerkes, das zur Fronte Rechberg gehört und zwischen dem Kavalier Heydeck und dem Kavalier Elbracht liegt, ist seit Jahrzehnten beschädigt. Freiwillige des Fördervereins Bayerische Landesfestung Ingolstadt begannen am Wochenende damit, das Gehölz auf der Traverse zu entfernen und die Erde abzutragen. Dann soll das Dach erneuert werden, um das Gebäude auszutrocknen. Die Mitglieder des Fördervereins übernehmen die Arbeiten selbst, die Materialkosten steuert eventuell
die Stadt bei.

Die Pflege des militärischen Erbes hat Tradition: „In der Burgenromantik des 19. Jahrhunderts wurden die mittelalterlichen Festungsbauten sehr früh unter Denkmalschutz gestellt", erläuterte Fördervereinsvorsitzender Dr. Ernst Aichner, während die bayerische Landesfestung erst in der Moderne Bedeutung erlangte.