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Ingolstädter Anzeiger 27.05.2009

Dr. Karl Bauer stellt sein neues Buch vor

Im Rahmen der Vorstandssitzung des Vereins zur Förderung der Bayerischen Landesfestung hat Dr. Karl Bauer sein neues detailliertes Buch über das Fort Prinz Karl vorgestellt. Bauer gilt als einer der profundesten Kenner der Festungsgeschichte. Das Fort Prinz Karl ist heute das einzige in Deutschland überhaupt noch vollkommen erhaltene Fort.
Bedingt durch die rasante Weiterentwicklung der Angriffswaffen musste nach Fertigstellung des inneren, noch von der Bayer. Armee geplanten, gebauten und bezahlten Fortgürtels ein weiterer, bis zu acht Kilometer von der Stadt entfernter Fortgürtel geplant und gebaut werden. Dieser erhielt neun Forts, sechs mit trockenem Graben nördlich der Donau und drei mit nassem Graben südlich der Donau. Darunter war mit trockenem Graben auch das Fort VI auf dem Großen Weinberg bei Katharinenberg.
Der Bau erfolgte nunmehr nach Plänen und auf Kosten des Deutschen Reichs. Die Pläne hatte das preußische Ingenieur-Komitee für Straßburg entwickelt. Diese wurden nur nach den örtlichen Gegebenheiten abgeändert. Den Bauauftrag erhielt der Ingolstädter Baumeister Georg Storch. Die bayerische Militärverwaltung stellte lediglich einen Postenoffizier, der die exakte Einhaltung der Baupläne überwachte und darauf achtete, dass nicht etwa Material von geringer Qualität verwendet wurde.
Das Fort wurde als Artilleriefort gebaut und sollte mit 22 schweren Geschützen auf dem Wall bestückt werden. Baubeginn war am 19. März 1877 nach altem Brauch mit einem Gottesdienst in Katharinenberg. Die Fertigstellung war bis auf kleinere Restarbeiten im August 1882. Die Baukosten betrugen 1.686.442 Mark.
Kaum war das Fort vollendet, kamen neue Waffen mit wesentlich größerer Sprengkraft in Verwendung, was den Wert der Forts erheblich minderte. Daher wurde ab 1887 eine Verstärkung durchgeführt, die beim Fort VI von 1889 bis 1892 erfolgte.
Auch die Taktik änderte sich. Die Artillerie wurde nunmehr nicht mehr im Fort aufgestellt, sondern in Anschlussbatterien und später im Gelände zwischen den einzelnen Werken. Aus dem Fort VI wurde nunmehr ein Infanteriefort dessen etwa 1000 Mann starke Besatzung noch einige leichtere Geschütze zur Verteidigung bei einem förmlichen Angriff erhielt.
Im Jahre 1895 erhielt das Fort aus Anlass des 100. Geburtstags des 1875 gestorbenen Prinzen Karl von Bayern seinen Namen. Prinz Karl, ein Bruder König Ludwig I, war seit 1841 Feldmarschall und seit 1848 Generalinspekteur der Bayerischen Armee gewesen.
Während des Ersten Weltkriegs wurde das Fort, wie andere auch, als Kriegsgefangenenlager genutzt und nach dem Krieg diente es zeitweise als Internierungslager. Während des Zweiten Weltkriegs wurde für die Muna Desching Munition laboriert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von den Amerikanischen Besatzungstruppen die Sprengung aller Festungswerke angeordnet. Da im Fort Prinz Karl dem Vernehmen nach sehr viel Munition gelagert war, wurde wegen der Nähe zu Katharinenberg, das bei einer Sprengung stark in Mitleidenschaft gezogen worden wäre, auf diese verzichtet. So ist das Fort Prinz Karl heute das einzige noch vollkommen erhaltene Fort in Deutschland. Daneben besteht nur noch das Fort Hahneberg bei Berlin-Spandau, bei dem aber wesentliche Teile abgebrochen wurden.
Dr. Karl Bauer; Fort Prinz Karl -im Buchhandel zum Preis von 18 Euro erhältlich.