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Am Wall 74/2011

Wickern, Gerhard / Eiser, Eduard: Die Bayerische Landesfestung Ingolstadt. Teil II: Der Vorwerks- und Fortgürtel. Ein Führer durch die Festungsanlagen; Ingolstadt (espresso-Verlag), 2010; Format: 14,8 x 20,8 cm, broschur; 40 Seiten, 8 SW- und 29 Farbabbildungen, zzgl. 18 Luftaufnahmen, 6 hist. Pläne, Karten und Kartenausschnitte; ISBN 978-3-9812964-7-1, 4,50 EURO (direkt erhältlich beim Förderverein Bayerische Landesfestung Ingolstadt e.V.)

Nachdem vor zwei Jahren der erste Teil eines Führers durch die Ingolstädter Festungsanlagen erschienen ist (s. hierzu Am Wall 66/2009), konnte nunmehr am 18. Dezember 2010 auch der zweite Teil zum Vorwerks- und Fortgürtel vorgelegt werden. Als Verfasser zeichnen wiederum Gerhard Wickern und Eduard Eiser.
Allgemein ging man davon aus, dass vom Ingolstädter Fortengürtel außer dem Fort VI „Prinz Karl“ nichts mehr vorhanden sei, da er nach dem Zweiten Weltkrieg von den Amerikanern insgesamt gesprengt worden sei. Die Broschüre belehrt einen eines Besseren: sicherlich sind die großen Forts weitestgehend zerstört worden, aber es überrascht nach einer ersten Durchsicht der Dokumentation, wie viel sich an Überresten doch noch erhalten hat bzw. erhalten konnte. Dies gilt vor allem für die unterirdischen Minengänge, die von den Sprengmaßnahmen nur schwer erfasst werden konnten.
Bereits im Vorwort freut sich der neue 1. Vorsitzende Ernst Aichner des Fördervereins Bayerische Landesfestung Ingolstadt e.V., der auch den zweiten Teil dieses Führers herausgegeben hat, über das rege Interesse der Öffentlichkeit an der Thematik. Schon der erste Teil des Führers hat Schüler zur freiwilligen Mitarbeit an der Herstellung des Traversgebäudes Nr. 15 motiviert.
Nach einer Einleitung wird zunächst der Vorwerks-Gürtel mit den Werken 98 - 102 und 123 - 140 sowohl in Text als auch mit zahlreichen Luftaufnahmen und originalem Planmaterial vorgestellt, bevor dann auf den Äußeren Fortgürtel eingegangen wird. Dieser umfasst nicht nur die großen Forts, sondern auch verschiedene Zwischenwerke (Werk 141, 142, 142c, 143, 145, 146, 147, 148 (Ft. Prinz Karl), 150, 151, 190 - 194, 224, 234, Zwischenwerke Pichl und Hagau). Mit den Werken 197, 204 und 205 werden schließlich auch noch die Verstärkungsbauten der letzten Modernisierungs- und Ausbauphase beleuchtet. Beschlossen wird die Broschüre mit einem Ausblick auf den Förderverein sowie einem Glossar der wichtigsten Fachausdrücke.
Wie bereits der erste Teil ist auch dieser Folgeband ausgezeichnet dazu geeignet, in einem kurzen Überblick Gewesenes und Vorhandenes zu verdeutlichen und in seinem geschichtlichen Zusammenhang bestens zu verdeutlichen. Für eine weitere Auflage bliebe zu wünschen, die vorstellten Anlagen mit einem entsprechenden Kartenausschnitt im Maßstab 1 : 25 000 zu ergänzen, sodass auch einer besseren touristischen Erschließung dieser ehemals wichtigen deutschen Großfestung des 19. Jahrhunderts Genüge getan wird. Mit dieser Publikation sollten übrigens auch die Eigentümer ehemaligen Festungsgeländes aufgerufen sein, nicht zu sorglos mit diesen Relikten umzugehen, sondern sie, sofern es sich anbietet, behutsam als Denkmale der Stadt- und Landesgeschichte zu erhalten oder in Neubauvorhaben zu integrieren. HRN