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Geschichte der Stadt Ingolstadt

Blick auf Stadtkern und Brückenkopf

Foto:Gert Schmidbauer 2008

Altstadt

Ingoldesstat, die Stätte des Ingold, wird erstmals im Jahre 806 in der Reichsteilungsurkunde Kaiser Karls des Großen erwähnt. Die strategisch und für den Handel vorteilhafte Lage be- günstigen den Aufstieg der befestigten Siedlung an der Donau. Um 1250 werden die Stadtrechte verliehen, der Her- zogskasten, Palas der mittel- alterlicher Burganlage, wird Residenz. Von 1392 bis 1447 ist Ingolstadt Hauptstadt des Herzogtums Bayern-Ingolstadt. Die Donaustadt wächst und übernimmt über Jahrhunderte als Festungs- und Universitätsstadt eine wichtige Rolle in der bayerischen Landesgeschichte. Ludwig der Gebartete, Herzog von Bayern-Ingolstadt, hinter- lässt den Bürgern imposante Bauwerke. Mit der Pracht des Pariser Hofes von Isabeau de Bavière vertraut, empfindet der Bruder der französischen Königin den Herzogskasten als nicht standesgemäß. 1418 legt er den Grundstein für das Neue Schloss, eine wehrhafte Festung, wie sie Bayern bis dahin noch nicht kannte. Die prächtig gewölbten, eleganten Innenräume beherber- gen heute das Bayerische Armeemuseum - eine Ausstellung historischer Waffen, Rüstungen, Fahnen und Zinnfiguren.

Das 1425 begonnene Münster, die größte Hallenkirche Süd- deutschlands, führt nach dem Willen des Herzogs den Namen „Zur Schönen Unserer Lieben Frau". Über Eck gestellte Türme und die auf 18 Säulen ruhende Halle rufen in Erinnerung, dass das der spätgotische Sakralbau vor allem Herrschaftskirche für das Herzogtum Bayern-Ingolstadt

und später „templum academicum" der Ingolstädter Universität sein sollte.

Das Pfründnerhaus - ein wei- teres beeindruckendes Bau- werk aus der Ära Ludwigs des Gebarteten - kommt in der Zeit des Humanismus und der Gegenreformation zu hohen Ehren. Herzog Ludwig der Reiche gründet darin 1472 die Erste Bayerische Landesuni- versität. Die „Hohe Schule" zählt neben Wien und Prag zu den wichtigsten Universitäten im deutschsprachigen Raum. Im 16. Jahrhundert werden die Jesuiten an die Landesuniver- sität berufen.

Konrad Celtis, Dr. Johannes Eck, Aventin, Peter Apian und Christoph Scheiner lehren dort. 328 Jahre lang ist Ingolstadt geistiges und kulturelles Zentrum Bayerns. „Kaiser, Könige, Fürsten, große Staatsmänner und Helden gingen aus ihr hervor", berichtet ein Chronist über die lange Blütezeit der Hohen Schule.

Im 19. Jahrhundert, zu dessen Beginn die Universität nach Landshut verlegt wird (1831 dann nach München), wird Ingolstadt zur bayerischen Landesfestung ausgebaut. Nach Plänen Leo von Klenzes bauen von 1828 an bis zu 20000 Mann Kavaliere, Kasernen, Kasematten, Vor- werke und Remisen. Auch das Glacis, das heute als Grün- gürtel die Altstadt umschließt, wird in dieser Zeit angelegt. Die „Schanz" entsteht und prägt auch heute noch das Stadtbild.

Festungsstadt

„Wer Ingolstadt besaß, besaß den Schlüssel zu Bayern", schreibt ein Chronist und nicht ohne Grund hat sich der Begriff „die Schanz" bis heute gehalten. Seit jeher wussten die Herrscher und Stadthalter der Donaustadt die strategische Lage am Fluss- übergang und an wichtigen Handelswegen zu schätzen und zu schützen. Über Jahrhunderte hält die wehrhafte Schanz manchem Angriff stand. Auch deshalb ist Ingolstadt heute ein einzigartiges Freilichtmuseum deutscher Festungsarchitektur.

Von der ersten Stadtumwallung nach dem 13. Jahrhundert ist noch ein Teil des Rundturmes beim Herzogskasten zu sehen. Von 1363 an wird eine drei Kilometer lange Ziegelmauer mit 87 Zinnern gekrönten Türmen und bewehrten Toren um die wachsende Stadt gezogen und später durch vorgelagerte Bollwerke verstärkt. Große Teile der 1430 fertiggestellten zweiten Stadtumwallung sind erhalten. Besonders sehenswert sind der Taschenturm und Münzbergturm, das Feldkirchner Tor und das Kreuztor. 1418 legt Ludwig der Gebartete den Grundstein für die neue Feste, in deren Zentrum sich das Neue Schloss erhebt. 17 reich verzierte Kanonen zeigen heute im Schlosshof die Dimensionen des damaligen Waffenarsenals.

Zwei der ältesten dieser Exponate des Bayerischen Armeemuseums sind ein Paar: die Doppelkartaunen aus den Jahren 1524/1525 namens „Scherer" und „Schererin". „Er" wiegt 9690, „sie" 9395 Pfund.

Die Luft ist erfüllt vom Läuten der Kirchenglocken, von Salutschüssen und Kanonen- salven, als König Ludwig I. in Begleitung seines Baumeisters Leo von Klenze am 24. August 1828 den Grundstein für die Neue Bayerische Landes- festung legt. Mehr als 20 Jahre arbeiten Tausende von Menschen an der großen Stadtbefestigung.

Im klassizistischen Stil gehalten, entstehen zunächst auf der südlichen Donauseite am Brückenkopf die Wall- anlagen mit den Rundtürmen Baur und Triva sowie das Reduit Tilly als Zufluchtsstätte für die königliche Familie. Die 1834 begonnenen Anlagen auf der nördlichen Donauseite werden polygonal konzipiert. Die dreiflügeligen Kavaliere Elbracht, Heydeck, Dallwigk, Hepp, Spreti, Zweibrücken und die südlichen Anlagen werden 1848 mit Truppen belegt.

Am l. Juli 1849 ergeht die Meldung nach München: Ingolstadt ist verteidigungs- fähig.