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Militär als Wirtschaftsfaktor


Gaben schon die technischen Institute vielen Männern und Frauen Arbeit, so sind Ingolstädter Firmen bei militärischen Baumaßnahmen gleich welcher Art häufig zum Zuge gekommen. Man darf davon ausgehen, daß von den vielen Millionen ein nicht unerheblicher Teil in der „Schanz" blieb, denn auch die bei auswärtigen Firmen Beschäftigten mußten schließlich leben. Über die Gelder für Neubauten und Reparaturen hinaus flössen durch die Festung weitere bedeutende Summen in die Stadt, denn durch die starke Ausweitung der Werke
war eine Vergrößerung der Garnison notwendig. Lagen in der Festung 1849 noch zwei Regimenter, zwei Kompanien und zwei militärische Dienststellen, so waren es 1914 vor Kriegsausbruch drei Regimenter, zwei Bataillone, eine Eskadron und 16 Dienststellen. Wie viele Esser hier zu verköstigen waren, sieht man an einer Zahl: Im Jahre 1888 lieferten die einheimischen Metzger den Ingolstädter Truppenteilen 194 447 kg Ochsenfleisch!
Aber es gibt noch einen weiteren wichtigen Hinweis auf die Summen, welche über den Militäretat in den Raum Ingol-stadt geflossen sind: 1905 verfügte die Festung Ingolstadt über eine Grundfläche von 744 ha 57,6 a, welche auf 21 888 843 Mark geschätzt, die Garnison über eine Grundfläche von 308 ha 24,3 a, deren Wert auf 17 399 786 Mark geschätzt wurde. Zieht man auch hier in Betracht, daß die Armee den größten Teil der Grundstücke nicht durch Enteignung oder Säkularisation erhalten hat, vielmehr regulär erwarb, dann gewinnt man zumindest die Vorstellung, daß bedeutende Summen an die grundbesitzende Bevölkerung bezahlt wurden.

Nach der Landeshauptstadt war Ingolstadt vor dem 1. Weltkrieg die zweitwichtigste Garnison im Königreich Bayern.