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Bewaffnung und Versorgung der Festung


Im Jahre 1851 lagerten 433 Geschütze und 155 Mörser in der Festung und 1874 waren es 1007 Geschütze und Mörser. Davon hatten aber über die Hälfte noch veraltete glatte Rohre, weil das am Rhein gelegene Germersheim gefährdeter schien und mit modernen Geschützen besser versorgt wurde. Nun aber nahm die Artillerie in Ingolstadt kontinuierlich ab, und im Mai 1914 waren es nur noch 180 Geschütze, die zum Teil schon erheblich veraltet waren.

Die sachgerechte Lagerung des bedeutenden Kriegsmaterials bereitete nach Fertigstellung der Hauptumwallung denn auch nicht geringe Sorgen, weil vor allem die Lagermöglichkeiten in dem als Zeughaus genutzten Neuen Schloß als unzureichend betrachtet wurden.

Es gab sogar den Vorschlag, das Schloß ganz oder teilweise abzureißen und hier neue Bauten, vielleicht sogar ein Defensionszeughaus, zu errichten. Man wollte natürlich das wertvolle Artilleriematerial geschützt unterbringen, denn im Frieden standen nur wenige Kanonen auf den Wällen, um überfallartige Angriffe abzuwehren. Daher brachte der Bau des bombensicheren Zeughauses von 1868 bis 1872 eine spürbare Verbesserung. Als nachteilig wurde aber empfunden, daß der Bau sehr hoch und für einen Angreifer von den Höhen bei Wettstetten und Hepberg gut sichtbar war.

Permanent vergrößert wurde auch die Zahl der Pulvermagazine, wobei das gefährliche Gut im Frieden außerhalb der Stadt in gesicherten Anlagen, teilweise auch in Werken des Schanzengürtels, gelagert wurde.

Zur Abwehr einer Belagerung brauchte man aber nicht nur Kanonen, sondern auch genügend Nahrung. 1846 ging man von einer Kriegsbesatzung von 12 000 Mann und 500 Pferden aus, wobei man schon damals die Versorgungseinrichtungen für unzureichend hielt. Diese Mängel traten auch während des Krieges von 1866 offen zutage. Immerhin hatte man schon im Jahr 1865 begonnen, das Gelände östlich vom Franziskanerkloster zu bebauen, und hier entstanden nun in über vier Jahr-zehnten große Magazine, eine bombensichere Kriegsbäckerei sowie eine Dampfmühle. Den Bau des städtischen Schlachthofes hat das Militär gefördert, weil es ihn im Kriegsfall mitbenutzen durfte.

Das Ingolstädter Wasser war schlecht, da die tiefen Festungsgräben offenbar viele Quellen abgeschnitten hatten. Typhus und Malaria traten immer wieder auf. Zu einer Verbesserung kam es erst, als die Stadt Quellen bei Kösching fassen konnte und durch eine gemeinsame Anstrengung mit dem Militär zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine moderne Wasserversorgung mit Kanalisation baute.