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Wechselwirkung zwischen Natur und Festungsbau


Die 1826/27 begonnenen Korrekturen an den Ufern der Donau führten schnell dazu, dass sich das Bett des Flusses immer mehr vertiefte. Beobachter konnten dies daran erkennen, dass jetzt Schiffe selbst bei Niedrigwasser keine Probleme mehr hatten. Die Folgen der Begradigung waren Austrocknungen im Uferbereich, welche die Verteidigungsfähigkeit der Festung in hohem Maße herabsetzten, weil früher sumpfiges Gelände für Angreifer benutzbar wurde.

Die gleiche Erfahrung machten die Militärbehörden bei der Entwässerung des Feilenmooses im Südosten der Stadt, welches bislang als unzugängliches Annäherungshindernis betrachtet wurde. Fahrversuche um die Jahrhundertwende bestätigten alle Befürchtungen.

Nicht selten pflanzte das Militär auch Bäume und Hecken, wie beispielsweise auf dem Glacis. Die Bäume sollten zwar bei einem drohenden Angriff gefällt werden, weil die Artilleristen freies Schussfeld brauchten, aber die Wurzeln im Boden hätten den feindlichen Pionieren die Anlage von Gräben für den Angriff sehr erschwert. Auch an den Kriegsstraßen und bei besonders exponierten Werken wurden Bäume gepflanzt, um die Anlagen der Beobachtung des Gegners zu entziehen.

An besonders gefährdeten Stellen wiederum suchte die Armee schon im Frieden das Vorgelände freizulegen. Dies erforderte eine Planung über Jahrzehnte hinweg, denn entweder musste der Wald gekauft, oder mit dem Besitzer eine vertragliche Vereinbarung über eine freiwillige Rodung getroffen werden, was auch viel Geld kostete. Immerhin waren 1915 rund 210 Tagwerk gerodet. Der größte Teil dieses Geländes lag vor dem Fort Orff, mit deutlichem Abstand folgten das Vorgelände von Hagau, Fort VIII und Zwischenwerk Rosenschwaig.