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Werke des Vorwerkegürtels 1866/67

Übersichtsplan zum Vorwerkegürtel

Am linken Ufer der Donau

Am linken Ufer der Donau befanden sich folgende Werke (im Westen beginnend, dem Uhrzeigersinn folgend).
Die Besatzung war nur für den Verteidigungsfall vorgesehen.

Nr. 129 Nebenwerk E
Redoute
Lage: An der Alten Donau, etwa in der Mitte zwischen dem künftigen Fort Haslang und dem Fluss.
Besatzung: 300 Mann Infanterie und neun Geschütze.

Das Werk 129 liegt auf dem Weg zum Baggersee am Oberschüttweg kurz nach der Abzweigung vom Mitterschüttweg auf der linken Seite. Der ehemalige Werkhof war bis vor kurzem ein Parkplatz, der aber jetzt nicht mehr genutzt werden darf und zuwuchert. Die frühere Lage ist durch den umlaufenden Wall noch gut erkennbar. Der Wassergraben ist heute trocken und die verschiedenen Rampen sind nicht mehr zu erkennen. Die erhaltenen Wälle vermitteln aber einen guten Eindruck von der ursprünglichen Anlage.

Nr. 127 Nebenwerk D
Lünette
Lage: Etwa in der Mitte zwischen den künftigen Forts Haslang und Max Emanuel, südlich der Straße nach Gaimersheim.
Besatzung: 300 Mann Infanterie und neun Geschütze.

Das Nebenwerk D war ein kleines Erdwerk links der Gaimersheimer Strasse stadtauswärts. Es wurde vollständig eingeebnet und ist heute unter dem Erweiterungsteil des Güterverteilzentrums (GVZ 2) verschwunden.

Nr. 125 Nebenwerk C (Friedenspulvermagazin Oberhaunstadt).
Lünette
Lage: Westlich der Straße nach Oberhaunstadt, etwa in der Mitte zwischen dem künftigen Fort Max Emanuel und Werk 123. Besatzung: 250 Mann Infanterie und drei Geschütze.

Das Nebenwerk C liegt in einem kleinen Wäldchen links der Beilngrieser Strasse stadtauswärts. Die Wälle des Werks sind noch deutlich zu erkennen, das Blockhaus ist dagegen spurlos verschwunden. Anhand der Wälle lässt sich die Größe der Anlage gut nachvollziehen.

Nr. 124 Lagerschanze Nr. 2
Lünette
Lage: Südwestlich von Nebenwerk 123 und nordöstlich von Kreuzblockhaus Minucci.
Besatzung: 250 Mann Infanterie und drei Geschütze.

Die Lagerschanze Nr. 2 war von ähnlicher Größe wie das Nebenwerk B und lag an der heutigen Hölderlin-Strasse. Das Werk wurde schon vor 1900 eingeebnet und ist heute unter der Wohnbebauung vollständig verschwunden.

Nr. 123 Nebenwerk B
Lünette
Lage: Nordwestlich vom künftigen Fort Wrede, 600 Meter südsüdöstlich von Unterhaunstadt bei der Ziegelei.
Besatzung: 280 Mann Infanterie und sechs Geschütze.

Das Nebenwerk B war ein kleines Erdwerk an der Ziegeleistraße und lag nördlich der Ziegelei. Das Gelände ist heute Grünfläche, aber von den Wällen der Anlage ist nichts mehr zu erkennen

Werk Nr. 101 Habermann

Das Kreuzblockhaus Habermann lag an der Gabelsberger Strasse und wurde abgebrochen, um Platz zu schaffen für das Caritas-Altenwohnheim. Es sind keine Reste des Gebäudes mehr vorhanden und auch der das Bauwerk umgebende Wall ist verschwunden.

Werk Nr. 100 Lagerschanze Nr. 1

Die Lagerschanze Nr. 1 (Werk 100) liegt heute an der Bundesstrasse B16 Richtung Großmehring. Die Erdschanze ist völlig abgetragen und mit einer Gaststätte und einem Industriebetrieb überbaut. Die Umrisse des Werks sind aber im Luftbild noch gut zu erkennen

Werk Nr. 99 - Minucci

Das Kreuzblockhaus Minucci ist zum Teil erhalten und ist heute Kinderspielplatz. Die Ruine liegt mitten in einem Wohnviertel an der Minucci-Strasse. Das Erdwerk, dass das Blockhaus ursprünglich umgab, ist völlig verschwunden. Die fehlende Hälfte des Blockhauses wurde dem Bau eines Wohnblocks geopfert. Die ursprüngliche Wallanlage um das Bauwerk ist abgetragen.

Werk Nr. 98 Feldwerk

Feldwerk (Nebenwerk) bei Feldkirchen
Lünette
Lage: Am südlichen Ortsrand von Feldkirchen.
Besatzung: 265 Mann Infanterie und sieben Geschütze.

Das Nebenwerk 98 befand sich in der Ortschaft Feldkirchen direkt östlich der Kirche. Das Erdwerk ist heute völlig verschwunden und das Gelände ist zum Teil überbaut, der Rest ist noch Grünfläche. Trotz seiner geringen Größe war das Werk für eine Besatzung von 265 Mann und 7 Geschütze vorgesehen. Die relativ starke Ausstattung mit Artillerie war wohl durch seine Funktion als Donauanschluß bedingt.

Am rechten Ufer der Donau

Am rechten Ufer der Donau befanden sich folgende Vorwerke (im Osten beginnend, dem Uhrzeigersinn folgend).

Nr. 140 Nebenwerk A (Uferbatterie)
Lünette
Lage: Direkt am Ufer der Donau, etwa 2000 Meter unterhalb des Brückenkopfes.
Besatzung: 330 Mann Infanterie und neun Geschütze.

Das Nebenwerk A lag direkt an der Donau; der Standort liegt heute im Bereich des Pionierübungsplatzes. Von der Anlage sind heute keine erkennbaren Reste vorhanden. Der frühere Standort liegt am Radweg längs der Donau, auf der rechten Seite des Flusses kurz hinter der Autobahnbrücke. Der Radweg ist öffentlich zugänglich, nur das Gelände links und rechts des Weges ist militärisches Sperrgebiet.

Nr. 139 Lagerschanze Nr. 7
Lünette
Lage: Etwa 1300 Meter südlich der Donau, ungefähr in der Mitte zwischen den Werken 138 und 140.
Besatzung: 250 Mann Infanterie und drei Geschütze.

Die Lagerschanze Nr.7 liegt heute direkt an der Autobahnauffahrt Ingolstadt Süd Richtung Norden. Man kann es über einen kleinen Feldweg, der an den Autohäusern von der Manchinger Straße abzweigt, erreichen. Das Werk ist erstaunlich gut erhalten, nur der Wassergraben ist trocken und der Kehlwall ist dem Bau der Autobahnauffahrt zum Opfer gefallen. Ansonsten sind die Wälle und Geschützrampen noch gut erhalten und erkennbar. Der Werkhof ist mit Gras bewachsen, die Wälle und der Wassergraben mit Bäumen und Gestrüpp. Die Wiese, die man von der Autobahnauffahrt auf der rechten Seite sieht, ist der frühere Werkhof.

Nr. 138 Hauptfeldwerk Kothau

Redoute
Lage: Nahe am südöstlichen Ortsrand von Kothau, etwa in der Mitte zwischen den Werken 137 und 139.
Besatzung: 400 Mann Infanterie und 20 Geschütze.

Das Hauptfeldwerk Kothau ist heute vollständig in Privatbesitz. Von außen wirkt die Anlage gut erhalten und gepflegt, sogar der Wassergraben ist rundum noch vorhanden und mit Wasser gefüllt. Auch die Wallprofile sind noch gut erkennbar: zum Beispiel sieht man vom Zaun aus, dass der Wall auf der Kehlseite (also zur Stadt hin) etwas niedriger war. Im Werkhof steht ein stattliches Wohnhaus, der Rest wird als Garten bzw. Parkanlage privat genutzt. Eine sehr ähnliche Anlage war das Hauptfeldwerk bei Haunwöhr (Werk 132, „Fort Peyerl“). Dieses ist aber bei weitem nicht so gut erhalten.

Nr. 137 Lagerschanze Nr. 6
Lünette
Lage: Nordwestlich von Rothenturm, etwa in der Mitte zwischen den Werken 136 und 138.
Besatzung: 250 Mann Infanterie und drei Geschütze.

Die Lagerschanze Nr. 6 ist vollständig verschwunden. Sie lag an der Rosenstrasse im Stadtteil Ringsee. Es handelte sich um eine einfache Wallanlage ohne Wassergraben mit Abmessungen ähnlich dem Werk 135 an der Saindllohstraße. Auf Luftbildern aus dem 2. Weltkrieg sind von diesem Werk immerhin noch die Umrisse erkennbar, so dass die Auflassung noch nicht viel länger zurück liegen dürfte.

Nr. 136 Stützpunktwerk (V)
Lünette
Lage: Etwa in der Mitte zwischen den Werken 135 und 137, östlich der Eisenbahnlinie nach München und nordnordöstlich von Unsernherrn.
Besatzung: 330 Mann Infanterie und neun Geschütze.

Das Stützpunktwerk V lag an der heutigen Frühaufstraße und ist heute unter der Wohnbebauung vollständig verschwunden. Es handelte sich um eines der mittelgroßen Werke des Vorwerks-Gürtels. Auf alten Luftbildern aus dem zweiten Weltkrieg ist die Anlage schon verschwunden, während andere Werke des mittleren Gürtels noch weitgehend intakt sind. Möglicherweise war die Anlage den Eisenbahnwerkstätten im Wege.

Nr. 135 Lagerschanze Nr. 5

Lünette
Lage: Etwa in der Mitte zwischen den Werken 134 und 136, westlich der Eisenbahnlinie nach München und nordnordwestlich von Unsernherrn.
Besatzung: 250 Mann Infanterie und drei Geschütze.

Die Lagerschanze Nr. 5 war eines der kleineren Erdwerke. Es liegt an der Saindllohstraße und wurde zu einem Kinderspielplatz umgestaltet. Die Wälle sind nur zum Teil noch vorhanden, der Befestigungscharakter ist im Luftbild leichter zu erkennen als direkt vor Ort.

Nr. 134 Stützpunktwerk (IV)

Lünette
Lage: Nordwestlich von Unsernherrn, etwa in der Mitte zwischen den Werken 133 und 135.
Besatzung: 330 Mann Infanterie und neunGeschütze.

Das ehemalige Stützpunktwerk IV ist noch erstaunlich gut erhalten, sogar die Auffahrrampen für die Geschütze sind im Luftbild gut zu erkennen. Zu finden ist die Anlage in der Nähe des städtischen Gartenamts an der Fauststrasse. Der ehemalige Werkhof wird heute als Pferdehof genutzt.

Nr. 133 Lagerschanze Nr. 4

Lünette
Lage: Etwa in der Mitte zwischen den Werken 132 und 134.
Besatzung: 250 Mann und drei Geschütze.

Die Lagerschanze Nr.4 liegt westlich des Südfriedhofs an der Strasse „An der Lagerschanze“. Das Gelände ist privat genutzt, im ehemaligen Werkhof steht ein Wohngebäude. Die Wälle sind zum Teil noch erhalten.

Nr. 132 Hauptfeldwerk Haunwöhr
Redoute
Lage: Etwa 700 Meter südlich von Haunwöhr.
Besatzung: 400 Mann Infanterie und 20 Geschütze.

Das ehemalige Hauptfeldwerk Haunwöhr – im Volksmund auch Fort Peyerl genannt- ist heute zum Spielpark umgestaltet. Die Anlage liegt an der Görresstraße. Nur der hintere Teil gehört zum ehemaligen Feldwerk. Dort sind noch die Volltraversen zwischen den Geschützstellungen zu erkennen und auf der anderen Seite des Walles findet man den trockengefallenen ehemaligen Wassergraben. Die beiden Hauptfeldwerke waren die größten Anlagen des Vorwerke-Gürtels rechts der Donau und entsprachen ihrer Bedeutung nach den drei Forts auf der linken Seite.

Nr. 131 Lagerschanze Nr. 3
Lünette
Lage: Am Südwestrand der Ortschaft Haunwöhr.
Besatzung: 225 Mann Infanterie und drei Geschütze.

Das Werk 131 ist vollständig verschwunden. Der ehemalige Standort ist heute Wohngebiet (Bereich Goerdelerstraße). Es ist auf Luftbildern aus dem zweiten Weltkrieg nur noch als planierte Fläche zu erkennen und damit wohl schon länger nicht mehr existent.

Nr. 130 Uferbatterie F
Lünette
Lage: Direkt am Ufer der Donau, etwa 1600 Meter stromaufwärts vom Turm 121 der Fronte Gumppenberg.
Besatzung: 225 Mann Infanterie und vier Geschütze.

Die Uferbatterie F war etwas kleiner als die anderen Nebenwerke. Heute liegt das Werk im neu entstanden Stausee an der Donaustaustufe oberhalb der Stadt. Der höher gelegene Teil des Werks bildet eine Insel, die heute Vogel-schutzgebiet für seltene Wasservögel ist.