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Die Hauptwerke der mittelalterlichen Befestigung

Die Befestigung am Neuen Schloß

Durch den (heute noch bestehenden) Graben zur Stadtseite hin sowie durch starke Werke im Osten war das Neue Schloss zu einer Zitadelle geworden, die sich nach allen Seiten wehren konnte So ist es auch verständlich, dass man In diesem besonders gesicherten Bereich das 1565 vollendete Zeughaus errichtete, da das einzulagernde Kriegsgerät doch einen erheblichen Wert darstellte. Sicherheit war hier das Gebot, weil im Falle eines Verlustes das Material nicht in der gebotenen Schnelligkeit hätte ersetzt werden können.
Dass nordöstlich vom Schloss die Rossmühle errichtet wurde, war ebenfalls logisch. Im Belagerungsfall musste man damit rechnen, dass die Angreifer die Schutter ableiteten, und damit hätten alle Mühlen der Stadt die benötigte Wasserkraft verloren. Auch schwimmende Mühlen auf der Donau hätte der Gegner relativ schnell zerstören können. Einen großen Mehlvorrat wiederum konnte man nicht anlegen, weil er- und dies sollte noch über Jahrhunderte gelten - durch Schädlinge sehr schnell ungenießbar geworden wäre. Deswegen musste ein Mahlbetrieb auch während einer Belagerung aufrecht erhalten werden und dies war nur durch Pferdekraft (daher auch der Name des Gebäudes) über einen Göpel gewährleistet. Die Rossmühle dürfte 1560 fertiggestellt gewesen sein.
Zu dem Gebäudekomplex gehörte auch das FeldkirchnerTor, welches durch die gleichnamige Bastion in besonderer Weise geschützt war. Diese Feldkichner-Tor-Bastei war ein Festungswerk, diente aber zugleich als Außentor und deswegen schützte man jenes in der Front durch ein Bollwerk, welches die Grundform einer Lünette hatte und vor das man ebenfalls einen Graben legte. Der Angreifer hätte hier drei Tore und zwei Gräben überwinden müssen, um in die Stadt zu gelangen.
Südlich davon direkt am Fluss befand sich dann noch die Donau-Bastei, so dass der Abschnitt vor dem Neuen Schloss eine beachtliche Abwehrkraft entwickeln konnte.

Neues Schloß

Im Neuen Schloss ist das Bayerische Armeemuseum mit der Alten Abteilung untergebracht. Das Alte Zeughaus ist derzeit ungenutzt, in den Nebengebäuden des Schlosses sind die Restaurierungswerkstätten des Armeemuseums untergebracht.
--> Planzeichnungen um 1573 [108 KB]
--> Fotos Neues Schloß
--> heutige Situation aus der Vogelperspektive

Ziegel-Bastei

Die nächste Bastion im Norden war gemauert und kasemattiert. Streichwehren für kleine Geschütze und Handfeuerwaffen sollten den nassen Graben verteidigen. Die Ziegel-Bastei galt als möglicher Angriffspunkt des Gegners.
--> Fotos Ziegelbastei
--> Blick aus der Vogelperspektive der heutigen Situation

Harder-Bastei

Diese gemauerte und kasemattierte Bastion richtete sich nach Nordwesten und diente zugleich auch als Tor. Aus diesem Grunde erhielt es als besonderen Schutz vor die Front ein unregelmäßiges Bollwerk, welches vom nassen Graben umgeben war. Die Bastei verfügte über Streichwehren für die Verteidigung des nassen Grabens. Auch hier rechnete man in besonders hohem Maße mit dem Angriff des Gegners.
--> Zeichnungen Harderbastei [338 KB]
--> Fotos Harderbastei
--> heutige Situaution aus der Vogelperspektive

Kugel-Bastei

Kreuztor-Bastei

Runde, teilweise gemauerte und kasemattierte Bastion, durch deren große Torhalle man auf die Straße nach Neuburg und Eichstätt gelang
--> Planzeichnungen Kreuztor [372 KB]
--> heutige Situation aus der Vogelperspektive

Rundel beim Frauenhaus

Da einer der im Südwesten gelegene Altarme der Donau und der sumpfige Boden einen Angriff wenig aussichtsreich erscheinen ließen, war diese Bastion nur aus Erde errichtet worden. Sie erhielt aber als besonderen Schutz eine freistehende krenelierte Mauer, welche bis zur mittelalterlichen Stadtmauer geführt wurde und die der Grabenverteidigung diente.

Streichwehr (Rauchloch)

Eine relativ kleine Streichwehr verstärkte die lange Südwestfront zwischen den beiden Rundelen. Sie ist später als Laboratorium der Festung verwendet worden und erhielt daher den bezeichnenden Namen „Rauchloch".

Rundel am Roten Turm

Hier gilt das gleiche wie für das Frauenhaus-Rundel. Zwei unmittelbar an der Donau errichtete Türme, die durch eine Mauer verbunden waren, sicherten in besonderem Maße zum Fluß hin.

Donaufront

Da ein Angriff für den Gegner aussichtslos war, blieb es hier im wesentlichen bei der mittelalterlichen Stadtbefestigung zwischen dem Roten Turm und dem Kollturm, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft an die Donau-Bastei angeschlossen wurde.

Tortürme der mittelalterlichen Stadtmauer

Die mittelalterliche Stadtmauer hatte über 80 Türme, die meisten davon waren die typischen Halbtürme zur Verstärkung der Verteidigung. Davon abweichende Formen hatten die Türme mit besonderen Funktionen, z.B. Bewachung von Toren oder Flussdurchführungen. Diese potentielle Schwachstellen erhielten besondere Verstärkungen durch anders aufgebaute Türme.
--> Fotos der Tortürme