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Die bastionäre Befestigung

Vor der im 19. Jahrhundert errichteten Landesfestung gab es im Wesentlichen drei ältere Befestigungsringe um die Stadt. Diese drei Befestigungen sind in der Abbildung unten zur Verdeutlichung der Entwicklung in den Plan der Festung vom 19.Jahrhundert eingezeichnet.

Plan der Festung im 19.Jahrhundert

überlagert mit den Grundrissen

älterer Stadtbefestigungen

Zwischen 1654 und 1662 wurde dann -betrachtet man das noch immer zerschundene Bayern - die beträchtliche Summe von rund 260 000 Gulden für eine umfassende Verstärkung von Ingolstadt ausgegeben. Dass dies auch den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt förderte, darf als sicher gelten, denn die bis zu 2000 Arbeiter haben sicher einen Teil ihres Verdienstes in Ingolstadt ausgegeben, wie auch das einheimische Handwerk von dem gewaltigen Unternehmen profitiert haben dürfte.
--> Plan der Festung Ingolstadt um 1573 [99 KB]

Die Verstärkung war das Werk von Christoph Heidemann, den man zu den bedeutendsten bayerischen Festungsbaumeistern zählen darf. Er stand bereits seit 1645 als Ingenieur in den Diensten des Kurfürsten, und er sollte sich auch als Verfasser eines einschlägigen Werkes einen Namen machen. Dass er häufig in Ingolstadt weilte, mag man daran sehen, dass er hier die Dame seines Herzens fand, denn 1656 heiratete er die Ingolstädterin Maria Magdalena Schmidtmann. Allerdings hat das Paar seinen ständigen Wohnsitz in München genommen, denn alle acht Kinder sind in der Landeshauptstadt getauft worden.
Heidemanns Konzept sah zunächst eine Erhöhung der inneren Grabenwand am Hauptwall vor. Die vorhandenen Bastionen blieben im wesentlichen unverändert, vor sie wurden aber große detachierte Bastionen, meist in Form einer Lünette, gesetzt, welche durch den nassen Graben separiert waren. Dem lag der Gedanke der abschnittweisen Verteidigung zugrunde, denn sollte es dem Gegner gelingen, eine Bastion zu stürmen, so musste er nun noch den durchschnittlich acht Meter breiten und zwei Meter tiefen Graben überwinden, was gewiss noch einmal einen hohen Blutzoll gefordert hätte.
Darüber hinaus errichtete Heidemann drei zusätzliche Bastionen, wodurch sich die Abstände dieser detachierten Werke untereinander auf durchschnittlich dreihundert Meter verringerten. Der Ingenieur sah ferner, dass die großen Tore - die Donaufront war ein Sonderfall - in hohem Maße gefährdet waren, und so setzte er die Schließung des Hardertores durch. Die zwei verbleibenden Tore wurden dafür besonders sorgfältig geschützt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, waren die neuen Werke an allen Seiten von Wassergräben geschützt.
--> Plan der Festung Ingolstadt um 1790 [113 KB]
---> Die neuen Werke der bastionären Befestigung